Literatur

Hier finden Sie - im Sinne von „what we read“- ausgewählte Literaturempfehlungen zu zentralen Fragestellungen unserer Zeit. Die Zusammenstellung konzentriert sich auf Arbeiten, die im Rahmen unserer sechs Erkenntnisräume von grundsätzlicher Bedeutung sind. Unsere Literaturliste berücksichtigt neben bekannten und meinungsführenden Autoren auch unorthodoxe oder brandaktuelle Werke zu speziellen Themen, die wir für potentiell trendbildend, trendbestimmend oder trendverändernd erachten.

Über die „Auswahl“-Funktion können Sie Bücher und Literatur gezielt Erkenntnisräumen zuordnen.

Erkenntnisräume

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"Where Does Money Come From?: A Guide to the UK Monetary & Banking System", Josh Ryan-Colllins, Tony Greenham, Richard Werner, Andrew Jackson(2014)

01. März 2014

Ein wichtiges Buch, das die traditionelle Sichtweise auf "Geld" und seine Entstehung radikal verändert. Dabei wird gezeigt: Nicht etwa die Zentralbanken mit ihrer technisch anmutenden Politik schöpfen in modernen Finanzsystemen das Geld. Stattdessen wird Geld durch Aktionen des modernen Bankensystems geschaffen, meist durch schlichte Zusage von Krediten. Diese neue Sicht widerspricht traditionellen "Lehrbuch-Darstellungen" des Bank- und Geldwesens und ist ein zentraler Schlüssel zum Verständnis der jüngsten Banken- und Finanzkrisen.

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"Die Target-Falle: Gefahren für unser Geld und unsere Kinder", Hans-Werner Sinn (2012)

08. Oktober 2012

Hans-Werner Sinn hat mit dieser scharfsinnigen Analyse eine wichtige Debatte über gravierende Konstruktionsfehler des Euro angestoßen. Sinn belegt, wie scheinbar "technische" Details, die sogenannten "Target-Salden", in den letzten Jahren zu massiven Verzerrungen und gefährlichen Anreizwirkungen des Euro-Systems geführt haben. Inzwischen stehen durch negative Target-Salden hohe dreistellige Milliardenbeträge im Risiko, insbesondere für Deutschland. Trotz klarer Faktenlage scheint das Problem von führenden Politikern der Euro-Zone noch immer nicht verstanden zu sein.

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"Inflation um jeden Preis: Historie und Zukunft", J. Anthony Boeckh (2012)

14. März 2012

Dieses Buch des renommierten Ökonomen J. Anthony Boeckh ist eine der besten verfügbaren Abhandlungen zu den Kernproblemen des heutigen Finanz- und Wirtschaftssystems. Der Autor analysiert speziell die verschuldungsbedingten Exzesse der letzten Jahrzehnte, die inzwischen zu einer "inhärenten Fragilität" des globalen Finanzsystems geführt haben. Die düstere Schlussfolgerung: Nur durch "staatlich organisierte Inflation" lässt sich ein Kollaps des Finanzsystems verhindern. Absolut lesenswert für mehr Verständnis heutiger Strukturprobleme!

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„Animal Spirits: How Human Psychology Drives the Economy”, George A. Akerlof, Robert J. Shiller (2010)

02. Februar 2010

Die beiden Wirtschaftsnobelpreisträger George A. Akerlof (adverse Selektion) und Robert J. Shiller („irrational exuberance“) erklären in diesem Buch die psychologisch geprägten, nicht-rationalen Aspekte menschlichen Verhaltens. Diese prägen Ökonomie und Kapitalmärkte weitaus stärker, als dies die traditionelle Wirtschaftstheorie bisher wahrhaben wollte. Speziell die globale Finanzmarktkrise und deren noch heute spürbare Auswirkungen sind eindrucksvolle Belege für die eklatanten Defizite der neoklassischen Wirtschaftstheorie. Das Buch zeigt auf, wie sinnvolles ökonomisches Denken und Handeln in der Zukunft aussehen könnte.

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“The Coming China Wars: Where They Will Be Fought, How They Can Be Won”, Peter Navarro (2006)

28. April 2008

Im Kopf von Donald Trump: Autor Peter Navarro ist derzeit der wichtigste handelspolitische Berater der Trump-Administration. In diesem wichtigen Buch analysiert Navarro die Rolle Chinas als aufstrebende Weltmacht und postuliert klar zunehmende Konfliktpotenziale zwischen den USA und China. Zugleich werden diese Probleme aus politischer, ökonomischer und ökologischer Sicht systematisiert und eingeordnet. Wer verstehen will, auf welcher Weltsicht die neue, extrem protektionistische und speziell gegen China gerichtete Handelspolitik der USA basiert, kommt an diesem Buch nicht vorbei.

"Behavioral Finance: Paradigmenwechsel in der Kapitalmarktforschung und Grundlage eines ganzheitlichen Anlagemanagements", Heinz-Werner Rapp (1997)

01. März 1997

Die Kapitalmarktforschung hat sich in den letzten 25 Jahren verstärkt verhaltenswissenschaftlich fundierten Erklärungsmodellen zugewandt. Diese neue Sicht wird heute als Verhaltensökonomik oder Behavioral Finance bezeichnet. Behavioral Finance-Ansätze (exemplarisch dargestellt in diesem Manuskript von 1997) bieten eine deutlich höhere Erklärungskraft als Modelle der orthodoxen Kapitalmarkttheorie. Dennoch ist Behavioral Finance nur ein Zwischenschritt auf dem Weg zu einer neuen, kognitiv geprägten Sicht realer Kapitalmärkte ("Cognitive Finance").

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