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Der militärische Konflikt am Persischen Golf bleibt vorerst unberechenbar. Einer ernsthaften Störung der Ölversorgung dürfte vor allem China entgegenwirken. Dennoch steigen erneut die Risiken für wichtige Handelsrouten und maritime Engpässe („Global Choke Points“).
Der Iran ist erneut Ziel massiver Luftangriffe von Israel und den USA. Diese Attacke setzt den Mullah-Staat unter existenziellen Druck und provoziert als Reaktion iranische Raketen- und Drohnenangriffe. Diese richten sich primär gegen Israel, nehmen aber auch andere Länder ins Visier. Denn: Viele US-Militärbasen liegen auf der arabischen Halbinsel und am Persischen Golf (s. Grafik).
Eine weitere Eskalation birgt ernsthafte Risiken: Der Iran könnte – wie bereits angedroht – die Straße von Hormus längerfristig blockieren. Auch der Suezkanal wäre gefährdet – durch Angriffe der vom Iran gelenkten Houthi-Milizen. Beide Szenarien bedeuten signifikante Einschränkungen der globalen Schifffahrt sowie empfindliche Störungen globaler Lieferketten.
Rund 20% des weltweiten Angebots von Erdöl und Flüssiggas passieren die Straße von Hormus. Der Großteil davon (~ 80%) geht allerdings nach Asien, mit China als wichtigstem Abnehmerland. Dessen Interessen haben in der Golfregion großes Gewicht – was eine dauerhafte Ölkrise am Persischen Golf eher unwahrscheinlicher macht.
Der Konflikt im Mittleren Osten hat vorerst akutes Eskalationspotential. Dennoch scheint die weltweite Ölversorgung nicht dauerhaft gefährdet. Temporäre Störungen globaler Lieferketten sind jedoch durchaus wahrscheinlich – auch rund um den Suezkanal als wichtigem „Choke Point“.
Vor den unterschätzten Risiken maritimer Engpässe hat das FERI Cognitive Finance Institute bereits mehrfach gewarnt – zuletzt 2025 in der ausführlichen Analyse „Global Choke Points: Maritime Engpässe als unterschätzter Risikofaktor für Weltwirtschaft und Geopolitik“; herunterzuladen im Downloadbereich auf dieser Seite.

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